
Etwa die Hälfte aller wirtschaftlichen Aktivitäten in Deutschland werden über den Staat abgewickelt, obwohl die Bundesrepublik Deutschland als eine Marktwirtschaft gilt. Das erste Lernziel der Veranstaltung besteht deshalb darin, die Begründungen für diese umfangreichen Staatsaktivitäten nachzuvollziehen und die Funktionsweise des Staates beziehungsweise seiner Gebietskörperschaften zu verstehen.
Der Umfang der Staatsaktivitäten vor allem aber die vermutete Ineffizienz staatlicher Aktivitäten sind in jüngerer Zeit Gegenstand vielfacher Kritik geworden. In einem zweiten Teil der Veranstaltung wollen wir uns daher mit den Bemühungen der Gebietskörperschaften auseinandersetzen, die Qualität der staatlichen Dienstleistungen zu verbessern und gleiche Dienstleistungen in Zukunft kostengünster anzubieten. In beiden Fällen handelt es sich um traditionelle Aufgabenstellungen von Betriebswirten.
Die Veranstaltung wird als Vorlesung (2 SWS) und als Übung (2 SWS) angeboten. Als Leistungsnachweis wird am Ende der Veranstaltung eine Klausur geschrieben.
1 Einführung - Bedeutung und Funktionen des Staates
2 Allokatives Marktversagen und staatliche Allokationspolitik
2.1 Optimum und Gleichgewicht in einer Marktwirtschaft
2.2 Externe Effekte
2.3 Öffentliche Güter
2.4 Weitere Fälle allokativen Marktversagens
3 Ausgabenprogramme des Staates
3.1 Überblick
3.2 Gesundheitswesen und Sozialhilfe
3.3 Rentenversicherung und Arbeitslosigkeitsversicherung
3.4 Reform der Sozialversicherungssysteme
4 Die Einnahmen des Staates
4.1 Überblick
4.2 Lohn- und Einkommenssteuer
4.3 Die Kapitalsteuern
4.4 Steuerreform
5 Managementprobleme in öffentlichen Verwaltungen
6 Kameralistik und doppelte Buchführung - Probleme der Kostenerfassung und Leistungsmessung in öffentlichen Verwaltungen
Prof. Dr. Stefan Zundel
Fachhochschule Lausitz
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