
Ronald Jüngling lernte Maschinen- und Anlagenmonteur und arbeitete fünf Jahre als Schweißer im Kraftwerksbau an Hochdruckrohrleitungen. Er verschweißte die unterschiedlichsten Materialien von Baustahl, warmfesten Materialien bis hin zu Chrom-Nickel-Legierungen. Von 1997 – 2001 studierte er Maschinenbau an der Hochschule Lausitz. Während des Studiums spezialisierte sich Ronald Jüngling auf die Fachrichtung Produktionstechnik, arbeitete als studentische Hilfskraft, engagierte sich bereits als Student im Deutschen Verband für Schweißen und angewandte Verfahren (DVS) und absolvierte während des Studiums eine Zusatzausbildung zum Schweißfachingenieur.
Seit 2002 arbeitet Ronald Jüngling bei der Kjellberg Finsterwalde Elektroden und Maschinen GmbH als Entwicklungsingenieur. Nachdem er mehrere Jahre auf dem Gebiet des Sondermaschinenbaus tätig war und die schweißtechnischen Sonderlösungen betreute, wurde er jetzt zum Niederlassungsleiter der Kjellberg Finsterwalde Schweißtechnik- und Verschleißschutz GmbH ernannt. In dieser Position ist er für die gesamte Abwicklung von Kundenaufträgen im Bereich der Schweißtechnik verantwortlich.
Im Allgemeinen wird nach einer Kundenanfrage und detaillierter Absprache ein schriftliches Angebot erstellt. Nach Annahme des Angebotes durch den Kunden erfolgt die konstruktive Umsetzung bis hin zur Montage der teilweise riesigen Schweißanlagen vor Ort beim Kunden. So sind beispielsweise viele Werften, Stahlbauunternehmen, und Windkraftturmbauer mit individueller Kjellberg Schweißtechnik ausgestattet. Viele Unternehmen setzen im Fertigungsprozess das Unterpulverschweißen ein. Hier werden die Werkstücke unter einer Pulverschicht miteinander verbunden, wobei kein Lichtbogen zu sehen ist. Gut bewährt hat sich dieses Verfahren, wenn besonders dicke Materialien verarbeitet werden müssen und eine sehr gute Qualität der Schweißnähte gefordert ist. Geschweißt werden kann aber auch mit Elektroden, die ebenfalls am Standort Finsterwalde hergestellt werden. Beispielsweise wurde für die Auftragschweißung an Straßenbahnrillenschienen in Finsterwalde ein Automat entwickelt, der für die verschiedenen Spurbreiten dieser Schienenform eingesetzt werden kann. So entwickeln für alle Anwendungszwecke, bei denen Bauteile miteinander zu verbinden sind, die Techniker und Ingenieure der Kjellberg Finsterwalde Elektroden und Maschinen GmbH technische Lösungen, um den Arbeitsprozess zu optimieren.
Die Arbeit von Ronald Jüngling spielt sich nicht nur am Schreibtisch und Telefon ab. Bei vielen Gesprächen mit Kunden und Geschäftspartnern ist es notwendig, diese „vor Ort“ zu besuchen. Häufig ist Ronald Jüngling auch in der Produktion zu finden, in der erfahrene Mitarbeiter die komplizierten individuell entwickelten Maschinen fertigen. Der Techniker legt auch gerne mal selbst Hand an, so ist er stets in Kontakt mit der Praxis. Kein Arbeitstag ist wie der andere. Selbst einander sehr ähnliche Aufgabenstellungen sind stets mit neuen Herausforderungen verbunden, weil sich auch die technischen Möglichkeiten rasant weiterentwickeln. Wegen der hohen Fertigungstiefe in der Finsterwalder Firma, kann Ronald Jüngling schon von Anfang an auf die Produktion aktiv einwirken und notwendige Veränderungen vornehmen , bis die fertige Maschine zum Kunden ausgeliefert wird.
Die Firma Kjellberg Finsterwalde feierte im vergangenen Jahr ihr 85-jähriges Bestehen, Von Anfang an konzentrierten sich die Techniker und Ingeniere auf die Entwicklung neuartiger Technologien und deren Umsetzung. Immer geht es um thermisches Trennen (Schneiden) oder Fügen (Schweißen) von metallischen Werkstoffen. Heute ist das Finsterwalder Traditionsunternehmen in drei Geschäftsbereichen tätig. In der ersten Sparte werden Schweißelektroden und Schweißzusatzwerkstoffe hergestellt. Schweißelektroden sind ummantelte Metallstäbe, die zum Lichtbogenschweißen benötigt werden. Die zum Schweißen benötigten Stromquellen werden ebenfalls in Finsterwalde produziert. Darüber hinaus ist Kjellberg Finsterwalde in seiner zweiten Sparte ein führender Hersteller von Plasmaschneidmaschinen, mit denen filigrane und genaue Konturen in Bleche und Rohre verschiedenster Materialstärken geschnitten werden können. Diese Technik entwickelten die Mitarbeiter der Firma übrigens in den 1960er Jahren gemeinsam mit dem „Manfred von Ardenne“ Institut Dresden. Die dritte Sparte ist die Schweißtechnik, in der Ronald Jüngling als Niederlassungsleiter für die Entwicklung und Produktion der Schweißautomaten zuständig ist.
Insgesamt arbeiten mittlerweile mehr als 250 Mitarbeiter in allen drei Unternehmensbereichen.
Ronald Jüngling schätzt an seiner Arbeit, dass sie abwechslungsreich ist und er nicht nur am Schreibtisch arbeitet, sondern als Praktiker selbst mit seinen Händen tätig werden kann. Die Suche nach speziellen Lösungen mit den Mitarbeitern der Entwicklungsabteilung und der Fertigung machen ihm viel Spaß, gerade, weil keines der Projekte dem anderen gleicht. Aufgrund der praktischen Berufserfahrung, kann er die Anfragen und Aufgabenstellungen nach Realisierbarkeit prüfen und abschätzen, ob eine technische Umsetzung möglich ist. Neben Kundengesprächen und Abstimmungen im Hause, präsentiert er die Produktpalette auf Messen, fährt bei großen Anlagen direkt mit zum Kunden, um die Schweißautomaten vor Ort aufzubauen und in Betrieb zu nehmen.
Junge Leute, die ein technisches Studium, wie das des Maschinenbaus anstreben, sollten fit sein in Mathematik, Physik und Chemie. Englisch ist in der heutigen Arbeitswelt ein Muss. Es empfiehlt sich, vor einem Studium fachspezifische Praktika durchlaufen zu haben, ein interessantes technische Hobby zu besitzen oder auch einen technischen Beruf erlernt zu haben, denn dann kann man das Wissen aus dem Studium und die vermittelten Themen besser zuordnen. Es ist auch von Vorteil, während des Studiums einem Berufsverband beizutreten, um Kontakte in die Praxis zu knüpfen und von den erfahrenen Fachleuten aus den verschiedensten Branchen zu lernen.
Steffi Zimmermann
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