
Blick in die Mensa am Studienort Senftenberg während des Festaktes zum 20-jährigen Bestehen der Hochschule Lausitz.

Der Präsident der Hochschule Lausitz, Prof. Dr. Günter H. Schulz, bei seinen Begrüßungsworten. Fotos: Witzmann
Auf den Festakt anlässlich des Gründungsjubiläums in der Mensa am Studienort Senftenberg folgte ein unvergesslicher Besuch des 8. GlückAufFestes JEDERMANN des Theaters Neue Bühne Senftenberg im Snowtropolis. Zum Festakt konnte der Präsident der Hochschule Lausitz, Prof. Dr. Günter H. Schulz, unter den mehr als 200 Gästen auch seine Amtsvorgängerin, die frühere Präsidentin der Hochschule, Brigitte Klotz, und den Gründungsrektor, Prof. Dr. Roland Sessner, begrüßen.
Glückwünsche und Unterstützung
In ihren Grußworten überbrachten der Landrat des Landkreises Oberspreewald- Lausitz, der Bürgermeister der Stadt Senftenberg und der Oberbürgermeister der Stadt Cottbus nicht nur Glückwünsche, sondern Sie bekannten sich eindrucksvoll zur Hochschule Lausitz.
Der Landrat des Landkreises Oberspreewald- Lausitz, Siegurd Heinze, betonte: „Die Hochschule Lausitz ist ein bestimmender Wirtschaftsfaktor in der Lausitz und für die Lausitz.“ Unter anderem sprach der Landrat auch die Rolle der Hochschule als entscheidende wissenschaftliche Einrichtung für die Sicherung des Fachkräftenachwuchses in der Region sowie das gewachsene Innovationspotenzial der Hochschule an. Der Landrat dankte dem Land Brandenburg für die Unterstützung, die es der Hochschule in den vergangenen 20 Jahren zuteil werden ließ. Er brachte die Bitte zum Ausdruck, „dass dieses Bekenntnis des Landes Brandenburg zur Hochschule Lausitz auch in Zukunft Bestand hat und auch belastbar bleibt.“ „Die Potenziale dieser Hochschule für die wirtschaftliche Entwicklung der Region dürfen in keiner Weise gefährdet werden“, sagte der Landrat.
Der Bürgermeister der Stadt Senftenberg und Vorsitzende des Fördervereins der Hochschule Lausitz, Andreas Fredrich, lobte die gute und enge Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Stadt. Er nannte Beispiele wie die jährliche Firmenkontakt- und Personalbörse campus-X-change, das Begrüßungsgeld für Studierende oder das Förderprogramm, mit dem die Stadt Unternehmen unterstützt, die Absolventen der Hochschule einstellen. „Die Hochschule Lausitz ist Motor für die Wirtschaft der Region“, sagte der Bürgermeister. Ebenso hob er die Bedeutung der Hochschule als Motor für den Austausch von Ideen hervor. „Sie belebt die Region durch Kongresse und Veranstaltungen. Sie verjüngt die Region durch die Studierenden. Sie selbst ist auch ein großer Arbeitgeber. Ich bin davon überzeugt, dass die Hochschule Lausitz auch die vor ihr stehenden Aufgaben meistern wird.“
Der Oberbürgermeister der Stadt Cottbus, Frank Szymanski, überbrachte die herzlichen Glückwünsche der Schwesterstadt – „einer Stadt, die sich sehr, sehr verbunden fühlt mit der Hochschule Lausitz.“ Er hob die Entwicklung des heute attraktiven und modernen Campus im Cottbuser Stadtteil Sachsendorf hervor. „Hier wird eine hervorragende Arbeit geleistet. Das zeigten die Studierendenzahlen.“ Die Verbindung von Lehre und Forschung habe die Hochschule sehr stark, bekannt und beliebt gemacht, vor dem Hintergrund, dass viele Unternehmen die Chance zur Zusammenarbeit nutzen, um erfolgreich und internationaler zu werden. Der Oberbürgermeister freute sich über nun mehr als 10.000 Studierende sowie 1.200 internationale Studierende in Senftenberg und Cottbus und die Kooperation der Hochschule mit der BTU Cottbus. „Erfolgreiche Landespolitik wird nur dann gelingen, wenn auch weiterhin erfolgreiche Hochschulpolitik finanziert und unterstützt wird“, erklärte er.
Gratulation aus dem Wissenschaftsministerium
In einem Schreiben sowie einer Pressemitteilung gratulierte die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, die aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte. Seit die Hochschule 1990 aus der Ingenieurschule für Bergbau und Energetik hervorgegangen sei, habe sie sich durch ein breites Spektrum an Studiengängen und gute Studienbedingungen über die Lausitz und Brandenburg hinaus einen Ruf erworben. Ein Höhepunkt war vor knapp einem Jahr die Aufnahme in die European University Association, die damit die Forschung der Hochschule Lausitz würdigte. „Die Hochschule Lausitz ist ein Motor der wirtschaftlichen Entwicklung in der Lausitz und hat sich unter anderem im Bereich Biotechnologie profiliert“. Die Ministerin versprach, dass „auch unter schwieriger werdenden finanziellen Rahmenbedingungen alles daran gesetzt wird, den Hochschulstandort Lausitz weiter zu entwickeln. Auch in den kommenden Jahren haben Wissenschaft und Forschung für das Land Priorität.
Der Präsident der Hochschule Lausitz, Prof. Dr. Günter H. Schulz, überschrieb seine Festrede mit dem Titel „20 Jahre Hochschule Lausitz - Von der Ingenieurschule zur forschungsstarken Hochschule für Angewandte Wissenschaften“.
Rückblick
„20 Jahre sind für eine Hochschule kein Alter, aber gemessen an der Lebensspanne der eine Hochschule gestaltenden Menschen ein beachtlicher Zeitraum“, sagte er. „Insgesamt 7155 Absolventinnen und Absolventen zum Stichtag 28. September 2011 mögen zunächst summarisch den Beitrag der Hochschule Lausitz zur Erfüllung des Ausbildungsauftrages des Landes an die Brandenburger Hochschulen verdeutlichen, darunter immerhin 4133 in den heute vom Fachkräftemangel bedrohten Ingenieur- und Naturwissenschaften.“ Diese Absolventinnen und Absolventen seien der Qualitätsausweis dieser Hochschule und maßgeblich das Ergebnis des Wirkens der Hochschullehrer, der akademischen oder Verwaltungsmitarbeiter. Der Präsident blickte auf die Anfangsjahre der am 9. Dezember 1991 gegründeten Fachhochschule Lausitz zurück, die nicht nur auf den baulichen Fundamenten der Ingenieurschule für Bergbau und Energetik in Senftenberg und der Ingenieurschule für Bauwesen in Cottbus entstand.
„Die Gründungsväter beschlossen eine Hochschule mit zwei Standorten und einem für die Region sinnvollen und nützlichen breiten Fächerspektrum“, sagte Professor Schulz und würdigte insbesondere die Aufbauarbeit des Gründungsrektors, Prof. Dr. Roland Sessner, die das sichere Fundament für die heutige Leistungsfähigkeit der Hochschule Lausitz bildet. Dem späteren Rektor, Prof. Dr. Johannes Kruscha, dankte er unter anderem für seine Bemühungen um die Kooperation mit der Wirtschaft, für die länderübergreifende Zusammenarbeit mit Sachsen und den Bau des Medienzentrums. Herzlich dankte Professor Schulz der ehemaligen Hochschulpräsidentin Brigitte Klotz – so für deren Bereitschaft, in einer schwierigen Zeit das Amt zu übernehmen und beherzt und erfolgreich die Bologna-Reform umzusetzen, für die maßgebliche Verankerung der Hochschule in der Region, die Wegbereitung der Biotechnologie und der Gesundheitsstudiengänge.
Die Hochschule heute
Normalität, Solidität und Qualität kennzeichnen die Hochschule Lausitz nach den Worten des Präsidenten heute. Sie ist, wie er betonte, eine Hochschule mit sehr engem Bezug zur Region, mit sehr guter Zusammenarbeit mit Unternehmen in Lehre und Forschung. Sie trägt folgerichtig den Namen der Region, deckt mit ihrem breiten Fächerspektrum viele fachliche Anforderungen ab und ist Forschungskooperationspartnerin, unter anderem in den Bereichen Metall/Elektro, Informations- und Kommunikationstechnologie, Gesundheit/Life Science - eine forschende Hochschule der angewandten Wissenschaften. Unter anderem hob der Präsident die sehr gute Infrastruktur, das qualifizierte und engagierte Lehrpersonal und die gute Betreuung der Studierenden hervor, ebenso die kurzen Wege an beiden Standorten der Campushochschule - auch in der Verwaltung. Besonders dankte der Präsident dem Kanzler der Hochschule, Volker Schiffer, für dessen überdurchschnittliche Gesprächsbereitschaft und Problemlösungskompetenz für jedermann in der Hochschule.
„Die Hochschule ist einer der größeren Arbeitgeber der Region und der Stadt Senftenberg“. Erklärte Professor Schulz. „Vor allem aber bringt die Hochschule junge Menschen, Studierende, mit Ideen, Aufbruchstimmung und Zukunftsideen in die Region.“
Erwartungen
Mit Blick auf die künftige Entwicklung sagte der Präsident: „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass die Hochschule Lausitz mit ihrer in 20 Jahren erarbeiteten Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit in Lehre und Forschung auch künftig wesentlicher Teil der Lausitzer und damit Brandenburger Hochschullandschaft bleibt und die Landesregierung auf der Grundlage hoffentlich kluger Empfehlungen der Kommissionen 2012 die entsprechenden Weichen dafür stellt.“
Abschließend nutzte er die Gelegenheit, dem Land Brandenburg, dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz und den beiden Hochschulstädten Senftenberg und Cottbus für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit zu danken. Er dankte dem Förderverein der Hochschule, den Stiftern der Hochschulstiftung, sowie den vielen Freunden und Förderern darüber hinaus, besonders den Intendanten der Neuen Bühne Senftenberg und des Staatstheaters Cottbus. „Vor allem aber danke ich allen Mitgliedern und Angehörigen der Hochschule Lausitz, die an ganz unterschiedlichen Stellen, in unterschiedlichen Funktionen zur Entwicklung der Hochschule in den letzten 20 Jahren beigetragen haben“, erklärte der Präsident.
Für den musikalischen Rahmen der Festveranstaltung sorgten Studierende des Studiengangs Instrumental- und Gesangspädagogik, für deren hervorragendes Engagement bei zahlreichen Veranstaltungen bereits der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski in seinem Grußwort gedankt hatte.
Kulturvoller Ausklang
Gern folgten die Teilnehmer der Festveranstaltung sowie zahlreiche weitere Gäste, darunter viele Studierende der Einladung des Intendanten der Neuen Bühne Senftenberg, Sewan Latchinian, zum 8. GlückAufFest JEDERMANN (Hugo von Hofmannsthal, Bearbeitung Manfred Wekwerth) in das Snowtropolis. Mit einer grandiosen Leistung begeisterte das Theaterensemble sein Publikum. Anschließend feierten die Band WALLAHALLA und alle Schauspieler mit den Gästen bis nach Mitternacht ein Fest der Sinne.