
Logo-Betonboot der Hochschule Lausitz.

Aufbau im Trockendock.

Blick von der dritten Etage - Rückansicht.

Schwimmtest des hinteren Pontonsystems.

Aufbau der Stab-Knoten-Konstruktion .

Detailansicht der Stab-Knoten-Konstruktion mit blau eingefärbten Betonkugeln.

Biegsamer Betonhohlstab. Fotos: Hochschule Lausitz, Studiengang Bauingenieurwesen
„KOHLEbeißer“, so ist der Name der Betonkonstruktion, mit der Studentinnen und Studenten der Studiengänge Bauingenieurwesen und Versorgungstechnik der Hochschule Lausitz bei der am 25. Juni 2011 stattfindenden 13. Betonkanu-Regatta auf dem Salbker See in Magdeburg teilnehmen werden.
Nach den Traumerfolgen bei der Teilnahme an der 11. Betonkanu-Regatta 2007 mit dem Wasserflugzeug „Gurkenflieger“ und der 12. Betonkanu-Regatta 2009 mit dem Riesenfußball „geBALLte energie“ mit jeweils dem ersten Platz in der Offenen Klasse sieht es das Bootsbau-Team als eine besonders große Herausforderung an, auch bei der diesjährigen Veranstaltung mit einem kreativen Projekt punkten zu können. Dabei ist allen Beteiligten klar, dass es sehr schwer sein wird, wieder einen vorderen Platz zu erreichen. Etwa 1000 Studenten aus über 40 Fachhochschulen und Universitäten aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz werden mit insgesamt zirka 80 Wasserfahrzeugen entweder in der Wettkampfklasse (Kanus) oder Offenen Klasse unter dem Motto „Ist aus Beton und schwimmt“ starten.
Wesentliche Kriterien bei der Bewertung in der Offenen Klasse sind Originalität, Konstruktion, Betontechnologie, Gestaltung und Ausstattung sowie Präsentation. Um hier optimal punkten zu können, haben sich die 20 beteiligten Studenten aus dem Bauingenieurwesen am Studienort Cottbus eine technisch interessante und sehr aufwändige Konstruktion ausgedacht, die eine Länge von 13 Metern, Breite von über vier Metern und Höhe von über fünf Metern hat und insgesamt etwa fünf Tonnen wiegt. Die fachwerkähnliche Konstruktion besteht aus 135 Betonhohlstäben und 42 Betonknoten, die über Spannseile zusammengehalten werden.
Im vorderen Bereich der Konstruktion ist ein Schaufelrad von 2,50 Metern Durchmesser, das einschließlich Schrauben, Muttern und Kugellagern komplett aus Beton gebaut ist, angeordnet. Im hinteren Bereich ist ein Antrieb montiert, der nach dem Prinzip der Handhebeldraisine funktioniert. Die Gesamtkonstruktion lagert auf zwei großen Pontonsystemen, die aus Betonwannen mit nur einem Zentimeter Wandstärke bestehen. Das hintere Pontonsystem ist so konstruiert, dass die vorhandenen Hohlkammern mit Wasser geflutet werden können. Dadurch kann die optimale Einsinktiefe und Schwimmstabilität der Gesamtkonstruktion vor Ort eingestellt werden.
Um den hohen Anforderungen an die Wasserdichtigkeit der Pontons sowie Schlag-, Stoß-, Biege- und Druckbeanspruchung der verschiedenen Bauteile gerecht zu werden, wurden spezielle Hochleistungsbetone entwickelt, die mit Glasfasertextilgewebe sowie glasfasermodifizierten Kunststoffstäben bewehrt wurden. Insgesamt wurden unter anderem über zwei Tonnen Zement, 400 Quadratmeter Gewebe sowie 1,5 Kilometer (!) hochwertige Kunststoffbewehrung verbaut.
Die Konstruktion war hinsichtlich Entwurf und technischer Durchbildung, stofflicher und technischer Umsetzung, der Vielzahl an verschiedenartigen Einzelbausteinen einschließlich damit verbundener schalungstechnischer Anforderungen, dem Material- und nicht zuletzt erheblichen Zeitaufwand zweifellos eine große ingenieurtechnische Herausforderung.
In besonderem Maße hat sich Karl-Heinz Hille (Modellwerkstatt SG Architektur) eingebracht, ohne dessen aufwändig und mit hoher Präzision hergestellten Spezialschalungen die Ausführung der anspruchsvollen Betonelemente nicht möglich gewesen wäre. Ebenso haben Dirk Lieske und Olaf Rauch (Werkstatt SG Versorgungstechnik) wesentlich zur praktischen Umsetzung technischer Detaillösungen beigetragen.
Eine entscheidende Voraussetzung für die Realisierung des Projektes waren die zahlreichen Sponsoren. Für die materielle und finanzielle Unterstützung möchte sich das von Dipl.-Ing. Stefan Giebler, Gunnar Fladrich und Prof. Dr. Gert Gebauer betreute Betonboot-Team nochmals herzlich bedanken.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. rer. nat. Gert Gebauer
Hochschule Lausitz (FH)
Fachbereich Architektur/ Bauingenieurwesen/ Versorgungstechnik
E-Mail: Gert.Gebauer
HS-Lausitz.de
Tel.: 0355 5818-617