
Der Bürgermeiste der Stadt Senftenberg, Andreas Fredrich, der Präsident der Hochschule Lausitz, Prof. Dr. Günter H. Schulz, und der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Reiner Rademann (v.li.) beim gemeinsamen Neujahrsempfang.





Impressionen von der Veranstaltung. Foto: Witzmann
Mit dem Bürgermeister der Kreisstadt, Andreas Fredrich, und dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Reiner Rademann begrüßte Hochschulpräsident Prof. Dr. Günter H. Schulz die Gäste in der festlich hergerichteten Mensa zu diesem bereits dritten gemeinsamen Neujahrsempfang.
Zu Beginn seiner Ansprache dankte der Präsident sowohl dem Intendanten der Neuen Bühne, Sewan Latchinian, für die gute Zusammenarbeit zwischen der Hochschule und dem Theater, dessen Künstler mit Inszenierungsausschnitten aus „Kiss me, Kate“ den Empfang kulturell umrahmten. Ebenso dankte er den Organisatoren aus Hochschule und Stadt sowie dem Studentenwerk, das wieder für das leibliche Wohl sorgte.
Professor Schulz ging auf die öffentliche Debatte zur Bologna-Reform ein und sagte in Bezug auf die Hochschule Lausitz: „Hier gibt es keine Streiks oder Besetzungen, denn wir haben keine überfüllten Hörsäle, viel mehr sehr gut ausgestattete Lehr– und Forschungseinrichtungen, den Professor zum „Anfassen“, ein gutes Betreuungsverhältnis und studierbare Curricula, deren Absolvierung in der Regel den erfolgreichen Start auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen.“ Er brachte aber auch zum Ausdruck, dass die Reform für die Hochschule noch nicht zu Ende ist, jede Änderung der Rahmenbedingungen durch die KMK zwangsläufig Überprüfungs- und gegebenenfalls Änderungsbedarf zur Folge hat.
Steigerung der Studierendenzahlen und des Drittmittelaufkommens
In seinem Rückblick auf 2009 freute sich der Präsident unter anderem über Studierendenzahlen, die trotz der demografischen Entwicklung mit 1009 Studienanfängern zum Wintersemester 2009/10 und insgesamt rund 3.462 Studierenden so hoch sind wie noch nie. Die Zahl der Absolventen liegt mit 606 um zirka 20 Prozent über der des Vorjahres. Enorm entwickelt habe sich in den zurückliegenden Jahren das Forschungspotenzial der Hochschule. So konnten die mit 4, 1 Mio. Euro sehr hohen Drittmitteleinnahmen aus von 2008 im zurückliegenden Jahr auf 4,7 Mio. Euro gesteigert werten und erreichen bereits zirka 30 Prozent des regulären Haushaltsansatzes der Hochschule. Der Präsident sprach allen an diesen Erfolgen beteiligten Kolleginnen und Kollegen Dank und Anerkennung aus.
Forschung als Zukunftsoption
Weiter hob er hervor, dass Prof. Dr. Torsten Jeinsch und Prof. Dr. Christian Schröder für die Dauer von drei Jahren mit einer Forschungsprofessur beauftragt wurden. Forschung bezeichnete der Präsident als eine Zukunftsoption der Hochschule Lausitz, die 2007 und 2008 die einzige Brandenburger Fachhochschule war, an der erfolgreich promoviert wurde. Mehr als 15 Doktorandinnen und Doktoranden werden gegenwärtig an der HL betreut. Vier Professorinnen und Professoren wurden 2009 neu berufen, so Dr. Konrad Wälder (Qualitätssicherung und quantitative Methoden im Wirtschaftsingenieurwesen), Dr. Torsten Kies (Kunststofftechnik im Maschinenbau), Dr. Jan Heiner Küpper (Molekulare Zellbiologie in der Biotechnologie) und Dipl.-Ing. Petra Wollenberg (Städtebau und Entwerfen in der Architektur).
Dank an Partner
Rückblickend auf ein überaus erfolgreiches Jahr 2009 dankte der Präsident vielen Partnern aus der Wirtschaft für die erfolgreiche Kooperation, stellvertretend Unternehmen wie Vattenfall, BASF, GMB, EMIS, VESTAS, Kjellberg, Züblin, den Sparkassen Niederlausitz und Spree-Neiße, den Kammern und nicht zuletzt den Städten Senftenberg und Cottbus, ebenso den Mitgliedern des Fördervereins. „Erfolgreich wurden die Weichen gestellt, um das Engagement von Vattenfall, EMIS, VESTAS, der Sparkasse Niederlausitz, der Stadtwerke Spremberg und der beiden Städte Senftenberg und Cottbus in Lehre und Forschung nunmehr im Energieschwerpunkt der Hochschule Lausitz ab Wintersemester 2010/11 dauerhaft zu sichern“, erklärte er.
Kooperation mit den Hochschulstädten
Als Beispiele neuer Maßnahmen mit der Stadt Senftenberg nannte er die Wirtschaftsförderinitiative der Stadt für Absolventen der HL, das gemeinsame Bemühen um den Bahnhaltepunkt, die Unterstützung über den Förderverein und insbesondere die Übernahme des Vorsitzes durch den Bürgermeister, Andreas Fredrich, sowie das große Engagement für die Gründung der Stiftung der Hochschule Lausitz (FH). Professor Schulz blickte zurück auf eine gute Kooperation, die es in Cottbus unter anderem mit dem Staatstheater sowie in Bezug auf die Nacht der kreativen Köpfe, das Festival des osteuropäischen Films und das Fest der Kulturen gab, und hob die enge, erfolgreiche Zusammenarbeit im Forum Wissenschaft der Energieregion Lausitz hervor. Er dankte den Studierenden, Mitarbeitern und Hochschullehrern, die sich im Rahmen der Teilnahme am Shell Eco-marathon auf dem Eurospeedway Lausitz sowie der siegreichen Teilnahme an der bundesweiten Betonbootregatta in Essen engagiert hatten. Der Präsident würdigte die vielfältigen Aktivitäten und Projekte zur Erhöhung der Studierneigung, von der Kinderuni über die Science Academy, die Projekte Science on Tour und Studium lohnt, das Schnupperstudium und das Engagement der Schüler-Alumni bis hin zur sehr erfolgreichen Seniorenakademie oder zum Ausbau der Angebote als familienfreundliche Hochschule.
Neue Vizepräsidenten im Amt
Er informierte über den Wechsel in der Besetzung der Vizepräsidentenämter der Hochschule. So haben nach der Wahl durch den Senat seit dem 8. Januar 2010 Prof. Dr. Annemarie Jost die Position der 1. Vizepräsidentin für Lehre, Studium und Internationales und Prof. Dr. Ralph Schacht die des Vizepräsidenten für Forschung inne. Zum Technologietransferbeauftragten der Hochschule wurde Prof. Dr. Helmut Schuster bestellt. Nochmals dankte der Präsident den bisherigen Vizepräsidenten, Prof. Karl Plastrotmann und Prof. Dr. Stefan Zundel.
Ziele für 2010
Wesentliche, in der Zielvereinbarung mit dem MWFK für 2010 und darüber hinaus fixierte Ziele der Hochschule bestehen in der Erhöhung der Zahl internationaler Studierender durch finanzielle Förderung, in der Einrichtung neuer Gesundheitsstudiengänge, der Konsolidierung der Forschungskapazitäten durch Bildung von In-Instituten, der Einrichtung eines Juniorkollegs zur Verbesserung der Kooperation mit der Wirtschaft, dem Ausbau der Kooperation mit der BTU sowie der Angebote zur Familienfreundlichkeit. „Der Studiengang Betriebswirtschftslehre wird in der Sommerpause nach Cottbus umziehen, den Cottbuser Standort stärken und Platz machen für die neuen Studienangebote im Gesundheitsbereich“, sagte der Präsident. Entwickelt werden sollen Angebote im Sinne eines Studium generale.
Professor Schulz ging auf die Notwendigkeit von ausreichendem Wohnraum für Studierenden ein und begrüßte, dass das Parkhotel in Senftenberg zu einer hochwertigen, aber bezahlbaren Herberge für Studierende und Hochschulgäste werden konnte. Er dankte allen Beteiligten, insbesondere dem Förderverein der HL, der Stadt Senftenberg, den Sparkassen Niederlausitz und Spree-Neiße, den Untenehmen EMIS, Takraf, der Wequa, dem Institiut für Weiterbildung und der ehemaligen Hochschulpräsidentin, Brigitte Klotz, für die im Dezember 2009 erfolgte Gründung der der Stiftung der Hochschule Lausitz (FH) und lud dazu ein, Zustifter zu werden. Ausdrücklich begrüßte der Präsident die Ankündigung des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, in unmittelbarer Nähe der Hochschule ein Innovationszentrum zu errichten.
Wirtschaft, Bildung, Bürgerbeteiligung
Der Bürgermeister der Stadt Senftenberg, Andreas Fredrich, hatte zuvor die Schwerpunkte Wirtschaft, Bildung und Bürgerbeteiligung in den Mittelpunkt seiner Ansprache gestellt. Er dankte für die Beteiligung der Bürger an vielen Projekten und allen, die sich politisch engagieren. Gefördert wurden 2009 unter anderem die Einstellung von Absolventen der Hochschule Lausitz sowie wirtschaftliche Investitionen. In etwas abgespeckter Version soll das entsprechende Förderprogramm 2010 fortgeführt werden.
Neue Unternehmen
Der Wirtschaftskrise trotzend, konnten in Senftenberg mehrere neue Unternehmen angesiedelt werden. Die wichtigste Baumaßnahme des Vorjahres war die Sanierung der Kaufhauskreuzung der Kreisstadt einschließlich der Neugestaltung des ersten Teiles der Bahnhofstraße. Ebenso wurde unter anderem die Hotelroute eingeweiht. Der Bürgermeister zeigte sich optimistisch, dass noch 2010 der Bau des Senftenberger Stadthafens beginnen wird und sagte: „Ich bin überzeugt, dass der Stadthafen ein Identifikationspunkt für die Menschen hier wird.“
Kulinarisch betreut vom Team der Mensa des Studentenwerkes, fand der gemeinsame Neujahrempfang der Stadt Senftenberg und der Hochschule Lausitz mit dem Austausch von Gedanken und Ideen seinen gelungenen Abschluss.