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Bauingenieur-Studenten schufen Regenbogen aus Beton

30.06.2008
Kategorie: Pressemitteilungen, Startseite

Studenten des Studienganges Bauingenieurwesen der FH Lausitz in Cottbus waren am Entwurf und Bau des am 28. Juni 2008 auf dem Friedhof im Senftenberger Ortsteil Brieske (Gartenstadt Marga) eingeweihten Denkmals „Sternenkinder“ beteiligt.

Das Denkmal für Sternenkinder auf dem Friedhof in Brieske mit dem von Studie-renden und Lehrenden aus dem Bauin-genieurwesen der FH Lausitz in Cottbus geschaffenen Regenbogen aus Beton und der Skulptur des Holzkünstlers Peter Scholte-Reh aus Sedlitz.

Das Denkmal für Sternenkinder auf dem Friedhof in Brieske mit dem von Studie-renden und Lehrenden aus dem Bauin-genieurwesen der FH Lausitz in Cottbus geschaffenen Regenbogen aus Beton und der Skulptur des Holzkünstlers Peter Scholte-Reh aus Sedlitz.

Vorbereitung der Schalung

Vorbereitung der Schalung

Stehende Schalung, vorbereitet für die Betonage.

Stehende Schalung, vorbereitet für die Betonage.

Das erste von zwölf Elementen nach dem Entschalen.

Das erste von zwölf Elementen nach dem Entschalen.

Aufbau der zwei je 300 Kilogramm schweren Bauteile vor Ort. Fotos: FH Lausitz/ Studiengang Bauingenieurwe-sen

Aufbau der zwei je 300 Kilogramm schweren Bauteile vor Ort. Fotos: FH Lausitz/ Studiengang Bauingenieurwe-sen

Sternenkinder sind tot geborene Kinder unter 500 Gramm Geburtsgewicht, die nach dem deutschen Bestattungsgesetz keinen Namen und keine Sterbebescheinigung haben und für die es keine eigene Grabstelle gibt. Ihren Eltern und Angehörigen wurde auf Initiative des Hospizdienstes Oberspreewald-Lausitz e.V., der Martin-Luther-Kirchengemeinde Brieske und des Bestattungshauses Mehl in Lauchhammer mit dieser kostenlosen Gemeinschaftsgrabstätte ein Ort des Erinnerns und der Trauer geschaffen. An dem Projekt unter Schirmherrschaft des Bürgermeisters der Stadt Senftenberg, Andreas Fredrich, beteiligten sich viele freiwillige Helfer und Sponsoren. Auch Studenten und Lehrende des Studienganges Bauingenieurwesen der FH Lausitz waren aktiv dabei.

Unter Betreuung von Prof. Dr. Gerd Bürger, Prof. Dr. Gert Gebauer und Dipl.-Chem. Marlies Kanter entwarfen und bauten die Studenten einen Regenbogen aus hochfestem hellen Sichtbeton. „Dazu wurden insgesamt zwölf Einzelelemente im Versuchslabor der Fachhochschule in Cottbus vorgefertigt“, berichtet Professor Gebauer. „Die komplizierte Geometrie des Regenbogens erforderte eine aufwändige Schalung, die von den Studenten kreativ konzipiert und gebaut wurde. Um eine anspruchsvolle, glatte und porenfreie Betonoberfläche zu erzielen, wurde ein selbst verdichtender Beton unter Verwendung von Weißzement der Dyckerhoff AG entwickelt, der ohne zusätzliche Verdichtung in die vorbereitete stehende Schalung vergossen werden konnte.“

Das Schalungsmaterial wurde von der Firma ALG Dach- und Ausbau GmbH Senftenberg in der gewünschten Qualität und Menge kurzfristig zur Verfügung gestellt. Von den beteiligten Studenten waren verschiedene Arbeiten mit Fachkenntnis und Präzision im Detail zu erledigen. Dies betraf die Schalungsarbeiten sowie die Herstellung, Verarbeitung und Nachbehandlung des Hochleistungsbetons als auch den Einbau der fertigen Bauteile auf dem Friedhof. Der engagierte Einsatz der Studenten Torsten Zscherneck und Mike Strauch soll an dieser Stelle besonders erwähnt werden.

Nach dem Aushärten des hochfesten Betons wurden jeweils sechs Einzelelemente in versetzter Anordnung mit einem speziellen Betonkleber der MC Bauchemie Müller GmbH & Co. KG zu einem Bauteil zusammengefügt. Fugen zwischen den Einzelsegmenten wurden mit einem im Baustofflabor der FH Lausitz entwickelten und getesteten schwindarmen und farblich angepassten Fugenspachtel geschlossen. Die beiden fertigen Bauteile mit einem Gesamtgewicht von etwa 600 Kilogramm wurden vom Cottbuser Campus der FH Lausitz auf den Friedhof nach Brieske transportiert und in Betonfundamenten verankert.

Sowohl die Vorbereitung des Transportes als auch das Abladen und Einbauen vor Ort erforderten Sorgfalt im Umgang mit den schweren, bewehrungslosen Sichtbetonbauteilen. Die Firma Natur- und Werkstein Dorozalski GmbH Senftenberg war diesbezüglich eine perfekte Unterstützung. Abschließend wurde zum Schutz der hellen Sichtbetonoberfläche gegen Verschmutzung eine farblose Imprägnierung aufgebracht. Im Zentrum des Denkmals befindet sich eine von dem Holzkünstler Peter Scholte-Reh aus Sedlitz geschaffene Skulptur.

Durch die Initiatoren und Auftraggeber wurde bestätigt, dass die Bauingenieur-Studenten der FH Lausitz ihr Projekt innovativ und, dem Ansinnen entsprechend, anspruchsvoll realisiert haben.

Weitere Informationen:

Fachhochschule Lausitz

Fachbereich Architektur/ Bauingenieurwesen / Versorgungstechnik

Prof. Dr. Gert Gebauer

E-Mail: ggebauer=at=abv.fh-lausitz.de