
Vorstand des Vereins „Lausitzer Biotech – Initiative zur Förderung der regionalen Biotechnologie e.V.“ Zum stellver-tretenden Vorsitzenden wurde Uwe Glowna (rechts) gewählt. Seine Heimat ist die Lausitz, denn er wohnt in Schwarzheide und studiert zusammen mit Manja Schiemann (2.v.r.) und Yvonne Wloka (2.v.l.) im zweiten Semester Biotechnologie an der Fachhochschule Lausitz. Manja Schiemann kommt aus Bischofswerda und wurde zum neuen Kassenwart gewählt. Yvonne Wloka stammt ursprünglich aus Berlin und übernimmt im Verein die Aufgabe der Protokoll-führung. Susann Koall (li.) wurde zur Vorsitzenden gewählt. Foto: Hans-Michael Siebert
Mit einer Enthaltung wurde Frau Susann Koall, M.Sc., zur 1.Vorsitzenden gewählt. Sie wuchs in Lauta auf, besuchte in Hoyerswerda das Gymnasium und absolvierte dann dort im Klinikum eine Ausbildung zur Krankenschwester. Danach studierte sie an der Fachhochschule Lausitz sieben Semester Biotechnologie. Enthalten waren ein Praktisches Studiensemester an der Universitätsklinik in Leipzig und eine Bachelor Arbeit am Wellcome Trust Sanger Insitute in Cambridge, England. Weil sie zu den besten Absolventen gehörte, wurde sie zum dreisemestrigen Masterstudium an der FH Lausitz zugelassen. Nach der Master’s Thesis, die sie am Biotechnologischen Zentrum der TU Dresden anfertigte, entschied sie sich für eine Rückkehr in die Lausitz. Seit einem Jahr arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im neuen Laborgebäude der FH mit dem Ziel der Promotion an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus.
Bereits seit 2004 ist Frau Koall im Verein aktiv. Der Verein initiierte 2003 zusammen mit der Entwicklungsgesellschaft Scheibe mbH das Interesse an einer Produktion des Speisepilzes Shii-take im Gewerbegebiet Kühnicht und unterstützte seither z.B. durch die Einladung von Wissenschaftlern, die Fragen zur immunologischen Wirksamkeit von Inhaltsstoffen des Shii-take untersuchen oder sich mit der Fruchtkörperentwicklung beschäftigen. Frau Koall selbst hielt dazu einen Vortrag bei den Speedway-Gesprächen 2005 oder organisierte eine Shii-take-Verkostung in der Senftenberger Fußgängerzone.
Für 2008 hat sich der Verein viel vorgenommen. Zum Tag der Offenen Tür der FHL am 14. Juni wird es wieder eine Verkostung von Shii-take geben. Willkommene Spenden sollen zur Erstellung einer Internetseite verwendet werden, die einen wissenschaftlich fundierten Mechanismus zur Wirkung des Lentinans auf Zellen des Immunsystems für jeden zugänglich macht. Diese Aktivität wird unterstützt von dem Netzwerk ABIPROLA e.V. (Angewandte Bioproduktion Lausitz). Sie wird gesehen als ein Schritt auf dem Weg vom Lebensmittel zum Functional Food.
Voraussichtlich im November 2008 wird der Verein ein Konzept zu einer „Stiftung Lausitzer Biotechnologie“ vorlegen. Das Ziel besteht darin, die sehr kostspielige Laborausbildung der Biotechnologie-Studenten von der nach dem Jahr 2012 zu erwartenden Mittelkürzung durch das Land Brandenburg unabhängig zu machen, d.h. auf eine kapitalgedeckte Finanzierung umzustellen. Die Hauptzielgruppe sollen dafür die erfolgreichen Absolventen sein. Viele ehemalige Studenten finden immer wieder den Weg an die FH, sei es um in alten Erinnerungen zu schwelgen oder an Seminaren, sowie Workshops der einzelnen Arbeitsgruppen im Biotechnologie Gebäude teilzunehmen. Im Herbst ist ein Workshop mit Ehemaligen geplant. Die meisten bisherigen Master-Absolventen der Fachhochschule Lausitz im Studiengang Biotechnologie arbeiten zurzeit an ihrer Doktor-Arbeit. Sie werden in wenigen Jahren verantwortungsvolle Positionen einnehmen und sollen dieses Projekt dann unterstützen und für Spenden sorgen.
Doch der Grundstein soll schon im Herbst gelegt werden, denn der Weg ist weit. Mit einem symbolischen Betrag soll es losgehen. Dieser soll eingeworben werden, indem Ehemalige ihre Lehrbücher an junge Studierende verschenken und letztere dann eine Spende entrichten. Selbstverständlich bringen mindestens fünf Absolventen nicht nur ein Buch, sondern auch einen hochinteressanten Vortrag über ihr aktuelles Arbeitsgebiet mit und stehen für eine Diskussion zur Verfügung. Ein Startkapital von 50.000 EURO ist das nächste Ziel. Eliteeinrichtungen in den USA, z.B. Stanford, verfügen über mehrere Milliarden Stiftungskapital. Susann Koall, M.Sc.