
Der Bürgermeister der Stadt Senftenberg Andreas Fredrich und der Präsident der Fachhochschule Lausitz Prof. Dr. Günter H. Schulz (v. li.) begrüßten im Foyer des Rathauses zur Ausstellungseröffnung.
Im Gespräch (v. re.): Bürgermeister Andreas Fredrich, der Initiator der Ausstellung Dr. Klaus Grehn, FHL-Präsident Prof. Dr. Günter H. Schulz und der Kanzler der FHL Volker Schiffer.
Dr. Klaus Grehn mit Besuchern vor dem Gobelin "Ein Zentaur geht durch den Wald" aus dem Bildteppich-Zyklus "Der Dichter und seine Welt".
Gobelin "Nächtliche Ruhe" im Ausstel-lungsteil an der FH Lausitz.
Knüpfteppich "Feuersalamander" - ebenfalls aus dem Ausstellungsteil der FH Lausitz.
Nachdem Stadt und Hochschule zu Jahres-beginn mit ihrem ersten gemeinsamen Neujahrsempfang ein weiteres Zeichen für eine starke Partnerschaft gesetzt hatten, ist die Ausstellung nun ein gutes Beispiel für die neue Qualität des Zusammenwirkens.
Die Laudatio hielt Dr. Klaus Grehn - Verfasser des Buches „Gewebte Poesie - Die Bildteppichweber Christa und Günter Hoffmann – Künstler aus Senftenberg“, der sich mit großem Engagement um die Bewahrung des künstlerischen Erbes von Christa und Günter Hoffmann bemüht. Dr. Grehn hob unter anderem hervor, dass selbst zu Lebzeiten der Künstler noch nie in einer Ausstellung eine so große Anzahl von Werken der beiden Künster gezeigt wurden.
Christa und Günter Hoffmann waren Bildteppichweber, die von 1947 bis zu ihrem Tod in den Jahren 2000 und 1993 in der Kreisstadt lebten und die alte Kunst der Teppichwirkerei meisterhaft beherrschten. Sowohl national als auch international fanden sie große Anerkennung. Ihre Werke wurden in 65 Ausstellungen in sechs Ländern gezeigt.
Die am 20. Mai 1924 als Christa Luzinda Ufer in Dresden geborene Christa Hoffmann besuchte die Kunstgewerbeschule in ihrer Geburtsstadt und studierte an der Meisterschule des Deutschen Handwerks in Breslau, wo sie bis 1942 bei Prof. Johanne Rump-Gramatte die Fachrichtungen Entwerfen und Handweben belegte.
Nach den Wirren des Krieges wurden sie und ihr späterer Ehemann, Günter Hoffmann, Malschüler bei Professor Johannes Ufer in Dresden. Der am 21. Februar 1923 im schlesischen Strehlen geborene Günter Hoffmann hatte ebenfalls an der Meisterschule in Breslau studiert und hier bis zu seiner Einziehung zum Kriegsdienst im Jahre 1942 die Fächer Malerei und Wandmalerei bei Prof. Albert Helm belegt.
Im Jahre 1946 heirateten die Künstler. Ein Jahr später zogen sie nach Senftenberg und fassten den Entschluss, gemeinsam mit der Weberei zu beginnen. Grund für den Umzug war die 20 Jahre währende Tätigkeit Günter Hoffmanns als Zeichenlehrer der Senftenberger Rathenau-Schule, deren Direktor er ab 1951 war. Von 1958 bis 1966 gehörte Günter Hoffmann dem Redaktionskollegium der Zeitschrift „Kunsterziehung“ an. Christa Hoffmann gab unter anderem viele Jahre Handarbeitsunterricht und leitete eine Arbeitsgemeinschaft Handweben in Senftenberg
In das Jahr 1966 fällt auch der Beginn der freischaffenden Tätigkeit. Christa und Günter Hoffmann webten beziehungsweise knüpften insgesamt zirka 250 Gobelins und Knüpfteppiche, darunter die Zyklen „Der Dichter und seine Welt“, „Gewebte Poesie“ und „Liebeszyklus“.
Viele der Anregungen für ihr phantasievolles künstlerisches Schaffen bot ihnen die Literatur, so die Gedichte von Eichendorff bis Brecht, aber insbesondere auch das Werk von Eva und Erwin Strittmatter, mit denen eine freundschaftliche Verbundenheit bestand. Die Bekanntschaft mit dem Dichter Erwin Strittmatter begann in der Nachkriegeszeit, als dieser in Senftenberg als Kreisredakteur der „Märkischen Stimme“ tätig war.
„Der Dichter webt in Worten, der Weber dichtet in Fäden und Farben.“ schrieb Erwin Strittmatter am 9. Juli 1978 anlässlich der ersten Ausstellung des Zyklus „Der Dichter und seine Welt“ im Museumssaal der Stadt Hoyerswerda in das Gästebuch.
Möglich wurde die gemeinsame Ausstellung der Stadt Senftenberg und der Fachhochschule Lausitz durch die Bereitstellung von Leihgaben des Niederlausitzer Heidemuseums Spremberg, des Museums Senftenberg, des Wohnparks Lausitzer Seenland des Arbeiter-Samariter-Bundes in Brieske, aus Privatbesitz einschließlich der in der Fachhochschule befindlichen Bildteppiche. Dr. Klaus Grehn wird gedankt für die Anregung zu dieser Ausstellung und für die Unterstützung.
Besichtigt werden kann die Ausstellung "Gewebte Poesie" im ersten Obergeschoss des Hauptgebäudes der Fachhochschule in Senftenberg, Großenhainer Straße 57, jeweils montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr.
Im Rathaus der Stadt Senftenberg, Markt 1, gelten folgende Öffnungszeiten:
montags und mittwochs - 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr
dienstags - 9 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr
donnerstags - 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16:30 Uhr
freitags - 9 bis 12 Uhr