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Neujahrsempfang der Stadt Senftenberg und der Hochschule Lausitz

12.01.2012
Kategorie: Öffentlichkeitsarbeit, Pressemitteilungen, Startseite

Rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur und Medien folgten am 11. Januar 2012 der Einladung zum gemeinsamen Neujahrsempfang der Stadt Senftenberg und der Hochschule Lausitz (FH).

Sie hießen die Gäste des gemeinsamen Neujahrsempfangs willkommen (v. li.): der Bürgermeister der Stadt Senftenberg, Andreas Fredrich, der Präsident der Hochschule Lausitz, Prof. Dr. Günter H. Schulz, der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Reiner Rademann.

Sie hießen die Gäste des gemeinsamen Neujahrsempfangs willkommen (v. li.): der Bürgermeister der Stadt Senftenberg, Andreas Fredrich, der Präsident der Hochschule Lausitz, Prof. Dr. Günter H. Schulz, der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Reiner Rademann.

Weitere Impressionen. Fotos: Witzmann

Weitere Impressionen. Fotos: Witzmann

Hochschulpräsident Prof. Dr. Günter H. Schulz hieß die Gäste mit dem Bürgermeister der Kreisstadt Senftenberg, Andreas Fredrich, und dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Reiner Rademann, in der festlich hergerichteten Mensa der Hochschule willkommen.

Wirtschaft, Bildung und Bürgerbeteiligung

Bürgermeister Andreas Fredrich, der die Themen Wirtschaft, Bildung und Bürgerbeteiligung in den Mittelpunkt seiner Ansprache stellte, blickte auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück und gab Ausblicke auf 2012. „Aufgrund guter Bildung und Ausbildung haben wir viele Fachkräfte vor Ort und müssen sie „nur“ hier halten, statt sie erst nach Senftenberg und in die Region zurückzuholen“, erklärte der Bürgermeister. Neben der Unterstützung vieler 

Projekte, wie zum Beispiel der Beteiligung am Shell Eco-Marathon oder der Ausrichtung der campus-X-change, habe die Stadt 2011 für die Studierenden der Hochschule Lausitz, die ihren Wohnsitz nach Senftenberg verlegen, ein tolles Angebot gestartet: den Studenten-Freizeit-Bonus. Daran beteiligen sich 55 Unternehmen – Buchgeschäfte, Sport-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Gastronomiebetriebe, in denen die Studierenden Gutscheine im Wert von jeweils 100 Euro einlösen können. Aus dem bewährten städtischen Förderprogramm erhielten im letzten Jahr zwei Unternehmen einen Fördermittelbetrag für die Einstellung von insgesamt drei Absolventen der Hochschule Lausitz. Insbesondere dankte der Bürgermeister den zahlreichen ehrenamtlich Tätigen. Die Förderung und Unterstützung der Unternehmen bezeichnete er als wichtigste Aufgabe.

Positive Leistungsbilanz

Der Präsident der Hochschule Lausitz, Prof. Dr. Günter H. Schulz, konnte in seiner Ansprache eine positive Leistungsbilanz der Hochschule für das Jahr 2011 ziehen. „Die praxisnahe, anwendungsbezogene Lehre und Forschung im Ergebnis eines erfolgreichen Bolognaprozesses haben die HL erkennbar zu einem wichtigen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, infrastrukturellen und kulturellen Teil der Region Lausitz im Süden Brandenburgs werden lassen“, sagte er. Professor Schulz dankte allen Mitgliedern, Kooperationspartnern, Freunden und Förderern der Hochschule. „Der Schulterschluss der Region mit der Hochschule anlässlich des Besuchs der Hochschulstrukturkommission im Oktober war sehr überzeugend“, sagte er und dankte ebenso dem Land Brandenburg für die in weiten Teilen sehr guten infrastrukturellen Bedingungen, die wiederum die Basis für die positiv evaluierte Leistungsfähigkeit seien. 

In einer Rückschau auf das Jubiläumsjahr 2011, in dem die Hochschule ihr 20-jähriges Bestehen feierte, hob der Präsident unter anderem die Strukturierung der HL in vier Fakultäten, die gemeinsam mit der BTU erfolgte Gründung des David-Gilly-Instituts für Lehre, Forschung und Kommunikation im Bauwesen und die trotz demografischer Entwicklung nochmals um fünf Prozent gestiegene Zahl der Studienanfänger zum Wintersemester hervor. Ebenso freute er sich über die erfolgreichen Reakkreditierungen der konsekutiven Bachelor- und Masterstudiengänge Maschinenbau, Kommunikationstechnik und Elektrotechnik, Biotechnologie und Chemie, die positive Bewertung der ERASMUS-Arbeit der Hochschule durch eine DAAD-Visitation im Dezember sowie die erfolgreichen Projekte, um in der Region und darüber hinaus den Nachwuchs für die Wissenschaft zu sichern.

Hohes Drittmittelaufkommen

In seinen Ausführungen zum Thema Forschung und Technologietransfer  bezeichnete der Präsident die 2011 gelungene Steigerung des Drittmittelaufkommens auf 7,3 Millionen Euro - das größte Drittmittelaufkommen in der Geschichte der Hochschule in Höhe von fast 50 Prozent der Haushaltszuweisungen des Landes - als eine herausragende Leistung. Gegenüber dem Vorjahr bedeute dies einen Zuwachs von 29 Prozent und in den letzten fünf Jahren sogar eine Steigerung um 350 Prozent. Bei Forschungspartnerschaften mit kleinen und mittleren Unternehmen im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ist die Hochschule Lausitz weiterhin die stärkste Fachhochschule Deutschlands. Erstmals gelang 2011 die Einwerbung eines großen EU-Projektes im Bereich der Nanobiotechnologie, bei dem die HL zugleich Projektkoordinatorin ist. Eine 2011 erstmals im Rahmen des Förderprogramms Exist II eingeworbene Gründungsförderung, die inhaltlich aus der fachübergreifenden Kooperation zwischen medizinischer und industrieller Biotechnologie erwachsen ist, bestätige noch einmal ausdrücklich, dass die Stadt Senftenberg, der Landkreis und die Hochschule mit dem Bau eines Innovationszentrums auf dem richtigen und notwendigen Weg sind.

Als besonders herausragende sonstige Aktivitäten mit Bedeutung für den Studienprozess nannte der Präsident das erfolgreiche Engagement von Teams der Hochschule Lausitz im Rahmen des Shell Eco-marathon Europe auf dem Eurospeedway Lausitz sowie den dritten Sieg in Folge in der Offenen Klasse bei der bundesweiten Betonkanuregatta, die 2011 in Magdeburg ausgetragen wurde.

Herausforderungen 

Der Präsident benannte Herausforderungen für 2012 und hob als solche unter anderem, die sich aus der Krise des Finanzsystems und der Eurokrise sowie aus dem demografischen Wandel ergebenden hervor. Den sinnvollen und sparsamen Umgang mit Finanzen sprach er ebenso an wie die Aufgabe der Hochschulen, an Lösungsvorschlägen zu den brennenden Problemen – auch der Energieversorgung und des Klimawandels – zu  arbeiten. Die Ausweitung der Gesundheitskompetenz der HL bezeichnete er als eine wichtige Zukunftsaufgabe.

Die Wirksamkeit der HL für die Region solle unter anderem mit der Vertiefung und Verbreiterung der Forschungskooperationen mit den Unternehmen und als deren Ergebnis des intensiveren Wissens- und Technologietransfers, auch über Absolventinnen und Absolventen, weiter erhöht werden. Mit den im Rahmen des Qualitätspakts Lehre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eingeworbenen Mitteln für das Projekt "Anfangshürden erkennen und überwinden: Blended Learning zur Unterstützung der fachspezifischen Studienvorbereitung und des Lernerfolges im ersten Studienjahr" können Voraussetzungen für die Studienvorbereitung, für die Implementierung des e-learning in den gesamten Studienprozess und damit bessere Möglichkeiten auch für Teilzeitstudiengänge geschaffen werden.

Neue Impulse

Die Kompetenzen im Bereich Energielogistik würden mit der alsbaldigen Besetzung der Stiftungsprofessur Management regionaler Energieversorgungsstrukturen gestärkt. Neue Impulse für den gesundheitstechnischen Bereich brächten die Besetzung der Professur Medizinischen Informationssysteme im Studiengang Informatik und die Inbetriebnahme des Neubaus für die Studiengänge Physiotherapie und Medizintechnik. 2012 werde auch der erfolgreiche Abschluss der InnoProfile Nachwuchsforschergruppe Real-time-PCR-Array erfolgen. Durch die beschlossene Stiftungsprofessur Multiparameteranalytik und einen weiteren Verbundantrag bestünden gute Aussichten auf eine maßgebliche Förderung des BMBF zu Weiterentwicklung  der medizinischen Diagnostik/ Bioanalytik an der Hochschule Lausitz. Die Schaffung des Innovationszentrums bezeichnete der Präsident als zwingende Notwendigkeit, um den Ausbau Senftenbergs zum Wissenschaftsstandort weiter voranzubringen.

Standorte bleiben bestehen

Der Standort Senftenberg werde ebenso wie der Standort Cottbus bestehen bleiben. „Dies bedeutet, dass wir die Hochschule Lausitz noch weiter als forschungsstarke Hochschule mit klarem regionalem Bezug, aber stärkerer überregionaler Attraktivität ausbauen, dass es eine klare Ausrichtung in den Ingenieurwissenschaften und angewandten Naturwissenschaften gibt sowie der Gesundheit als einem Querschnittsthema, das Gesundheitstechnik mit einer auf dem Sozialwesen aufsetzenden Gesundheitswissenschaft verbindet“, erklärte Professor Schulz. Außerdem gebe es Überlegungen im Land, weitere modellhafte Kooperationsformen beider Lausitzer Hochschulen in verschiedenen Bereichen zu entwickeln.

Aufruf zur Mitwirkung

Die Wissenschaftsministerin werde am 9. und 10. Februar mit der Lausitzkommission zur Vorstellung und ersten Diskussion der Empfehlungen an die beiden Lausitzer Hochschulen kommen und auch das Gespräch mit Vertretern der Region suchen. Nach den erkennbaren Zeitvorstellungen der Landesregierung solle es einen zügigen Diskussions- und Entscheidungsprozess geben. „Bleiben Sie nicht Zuschauer, sondern nehmen Sie Teil an der Diskussion und so weit in ihren jeweiligen Funktionen möglich, am Entscheidungsprozess!“ rief der Präsident die Gäste des Neujahrsempfanges auf.

Ein Höhepunkt des Neujahrsempfangs war die Unterzeichnung der Vereinbarung zu Errichtung der Stiftungsprofessur Multiparameterdiagnostik zwischen den Stiftern - der Attomol GmbH, Molekulare Diagnostika; der Generic Assays GmbH; der Medipan GmbH und der PolyAn GmbH mit der Hochschule Lausitz. Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgten die Studierenden des Studiengangs Instrumental- und Gesangspädagogik Paula Licht (Gesang) und Franz Ebeling (Gitarre). Kulinarisch hervorragend vom Team der Mensa des Studentenwerkes betreut, fand der nun bereits fünfte gemeinsame Neujahrempfang der Stadt Senftenberg und der Hochschule Lausitz seinen gelungenen Abschluss mit dem Austausch von Gedanken und Ideen.