

Durch die Anwendung moderner technischer Hilfsmittel können neue Perspektiven für die Integration Blinder und Sehbehinderter in Ausbildung und Beruf eröffnet werden. Das Hilfsmittel Computer schafft wichtige Grundvoraussetzungen für ein Studium, wie Zugang zu unterschiedlichsten Informationsquellen und problemlose Kommunikation mit Sehenden.
Gestützt auf die fördernde Vermittlung und in Kooperation mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Brandenburg e.V. werden durch die Arbeitsgruppen Unterstützungsleistungen angeboten, die Blinden und Sehbehinderten ein Direktstudium gemeinsam mit Sehenden ermöglichen. Eine technische Nutzung durch sehbehindert Studierende erfolgt bereits seit 1996 am Fachbereich Sozialwesen.
Zur Absicherung entsprechender Studienbedingungen sind an der Hochschule Lausitz nunmehr vier Arbeitsgruppen "Studium für Blinde und Sehbehinderte" entstanden. Diese Arbeitsgruppen sind über Kooperationsbeziehungen mit anderen Einrichtungen verbunden, die in ihrem Umfeld eine vergleichbare Studienunterstützung realisieren.
Die Arbeitsgruppen "Studium für Blinde und Sehbehinderte" bieten folgende Unterstützungen an:
Die Arbeitsgruppen verfügen über Arbeitsplatzsyste für blinde und sehbehinderte Studierende mit spezieller Hard- und Software, wie Braillezeile mit Sceenreader, Lesehilfegerät mit Vergrößerungsprogramm und Braille-Drucker.
Für Lehrveranstaltungen benötigte Fachbücher, Vorlesungsskripte, Übungsaufgaben, Musterlösungen und andere wissenschaftliche Publikationen werden in eine für Blinde und Sebehinderte nutzbare Form übertragen und digital zur Verfügung gestellt. Die Umsetzung von Schwarzschriftvorlagen in Textdateien, auf die über Braille-Zeile oder synthetische Sprachausgabe zugegriffen werden kann, erfolgt durch studentische Mitarbeiter (Tutoren). Die Finanzierung dieser Tutoren erfolgt u.a. als Einzelfallhilfe über externe Leistungsträger. Sie scannen die benötigten Texte ein und lesen Korrektur. Grafische Abbildungen werden verbal beschrieben oder, insbesonder für das Informatik- und BWL-Studium, tastbar umgesetzt. Auf den in regelmäßigen Abständen stattfindenden Treffs von akademischen und studentischen Mitarbeitern der Arbeitsgruppen werden aktuelle Probleme der Studienmaterialbereitstellung erörtert und gelöst.
Mitarbeiter der Arbeitsgruppen unterstützen die Kontakte sehbehindert Studierender mit Hochschullehrern und akademischen Mitarbeitern der einzelnen Lehrgebiete. Bei erforderlichen Leistungsnachweisen während des Studienablaufes werden individuelle Besonderheiten Sehbehinderter auf der Grundlage des Brandenburgischen Hochschulgesetzes und der Prüfungsordnungen berücksichtigt. Für die Einbringung spezieller Passagen, wie z.B. über die bevorzugte Ablegung von Prüfungen in mündlicher Form oder die Gewährung eines Zeitzuschlags bei schriftlichen Prüfungen, stehen die Mitarbeiter der Arbeitsgruppen beratend zur Verfügung. Die Arbeitsgruppen vermittelt bei der Vorbereitung von Studienaufenthalten an anderen Einrichtungen und von Praktika. Zum Studienbeginn erfolgt eine Begleitung bei der Orientierung auf dem Hochschulcampus. Die Beschriftung von Türschildern in Braille-Schrift sowie deren Aktualisierung werden gemeinsam mit den Mitarbeitern der zuständigen Bauverwaltung durchgeführt.
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